Unternehmen Barbarossa
Unter dem Begriff "Unternehmen Barbarossa" sind die geheimen Vorbereitungen und die anschließende Durchführung
des militärischen Angriffs der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22.6.1941 zusammengefasst. Dafür hatte
Hitler das Codewort "Barbarossa" verwendet. Bereits in der Schrift "Mein Kampf" (1925) erklärte Hitler den Krieg
gegen die Sowjetunion zum Hauptziel seiner Außenpolitik. Hierbei ging es ihm um den Kampf der "arischen Rasse"
gegen das "Weltjudentum", das im "jüdischen Bolschewismus" nach seiner Ansicht die extremste Herrschaftsform
gefunden hätte.
Nationalsozialistisches "Selbstverständnis"
Das Ziel Hitlers war ein rassischer Vernichtungskrieg, mit dem der europäische Teil der Sowjetunion erobert
und "germanisiert" werden sollte. Für die Deutschen als ein angebliches "Volk ohne Raum" sollte "Lebensraum
im Osten" geschaffen werden. Neben ideologischen Gründen ging es hierbei auch um die Kriegswirtschaft. Die
zu erobernden Gebiete Russlands sollten die Ernährung der gesamten Wehrmacht gewährleisten. Dadurch wollte
man Versorgungsengpässe des Heeres wie im Ersten Weltkrieg vermeiden. Hierzu waren die Versklavung und die
Ausbeutung der russischen Bevölkerung unter bewusster Einrechnung von Millionen Toten vorgesehen.
Angriff auf die Sowjetunion trotz Bündnis
Der seit dem Sommer 1940 geplante Angriff sollte nach dem Willen Hitlers ursprünglich schon im Frühjahr
1941 als Blitzkrieg durchgeführt werden. Vor dem Hintergrund seines Krieges gegen Großbritannien ging es
ihm geostrategisch darum, Englands Hoffnung auf einen zermürbenden Zweifrontenkrieg durch die Einverleibung
Russlands zu zerstören. Aber wegen des im April 1941 durchgeführten Balkanfeldzuges verschob sich der
Kriegsbeginn auf den Juni.
Obwohl der sowjetische Geheimdienst seit Dezember 1940 von den Angriffsplänen wusste und Stalin davon
informierte, traf das "Unternehmen Barbarossa" auf eine weitgehend unvorbereitete sowjetische Armee.
Stalin sah in den Berichten gezielte Desinformationen Großbritanniens, um Russland in einen Krieg mit
Deutschland zu verstricken. 1939 hatte er noch den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt (Hitler-Stalin-Pakt)
abgeschlossen, der für Hitler aber nur taktische Bedeutung hatte.
Das "Unternehmen Barbarossa" scheitert
Aufgrund der unzureichenden militärischen Vorbereitungen kam es schnell zu großen Geländegewinnen der
Wehrmacht bis zu den Vororten Moskaus. Im eroberten Hinterland sorgten Einsatzgruppen der SS für die
Durchführung von Massenmorden, vor allem an den dort lebenden Juden und Kommunisten. In den eroberten
Gebieten war die sofortige Erschießung sämtlicher Zivilisten ohne jedes Verfahren ausdrücklich durch
einen Kriegsgerichtsbarkeitserlass angeordnet, wenn sie gegen die deutschen Wehrmacht Widerstand leisten.
Außerdem galt der Kommissarbefehl, welcher verfügte, sämtliche Offiziere der Sowjetunion aus den
Kriegsgefangenen sofort abzusondern und sie zu ermorden.
Im Dezember 1941 scheiterte die mit dem "Unternehmen Barbarossa" verbundene Strategie eines
Blitzkrieges vor Moskau am erfolgreichen Gegenangriff. Die Absicht der Zerstörung der Sowjetunion
wurde dennoch bis zum Kriegsende fortgesetzt.